Konzert in Bezau

Die erste Station auf unserer Reise nach Frankreich, das Konzert in Bezau/Bregenzerwald. Ein toller Erfolg, super Publikum, super Essen, cooles Konzert!
Bezeggsaal Bezau, 2. Juli 17.00 Uhr
Mit herzlichem Dank an die Gemeinde Bezau, den Kulturverein Bezau und alle Helferinnen und Helfer, die diesen Tag im Bregenzerwald so wunderbar und herzlich organisiert haben. :-)IMG_0226IMG_0229DSC00166DSC00166

Stimmproben für Frankreich

Bald ist es soweit: Frankreich wir kommen. Und damit das nicht nur ein unvergessliches Ferienerlebnis wird, sondern auch ein musikalischer Glanzpunkt, proben wir und proben wir und proben wir … Diesen Samstag waren Stimmproben angesagt – mit absoluten Koryphäen als Tutoren: Sebastian Gürtler, Fabian Bertoncello, Simon Prinz, Ruben Sanchez etc. Aber sehen Sie selbst: 20170617-DSCF3135-Bearbeitet-320170617-DSCF3137-Bearbeitet-420170617-DSCF3140-Bearbeitet-520170617-DSCF3142-Bearbeitet-920170617-DSCF3145-Bearbeitet-2-1020170617-DSCF3146-Bearbeitet-620170617-DSCF3147-Bearbeitet-7

Das JSO ist fleißig

Wir haben an strahlend sonnigen Samstagen ja sonst nichts zu tun. Also trafen wir uns am 4. März im Atrium Tulln und haben Teile von Max Nagls »Musik« und Mozarts G-Dur-Flötenkonzert mit unserem Fabian als Solisten quasi CD-reif eingespielt, denn am (bitte vormerken!) 21. 4. 2017 sendet Ö1 ein Intrada über uns, und dafür brauchen die Sendungsmacher natürlich Musik! Danke Lukas Höckner, danke Gottfried Zawichowski für die Aufnahme! Danke Max Nagl für das Dabeisein und Korrigieren! Hat echt Spaß gemacht, obwohl es Knochenarbeit war. In ein paar Tagen können Sie die Aufnahmen auf dieser Website anhören. Also noch ein klein wenig Geduld …


Aufnahme 1

Aufnahme 2

Isabel übt Texteschreiben für ihr Studium, hier über Barockbögen …

Unsere Viola-Stimmführerin Selina hat sich unlängst auf einer gesamt-österreichischen Bratschentagung an der Bruckneruniversität Linz herumgetrieben. Dort hat ein Bratschenprofessor aus Salzburg folgenden Satz von sich gegeben: »Wenn man Barockmusik mit einem modernen Bogen spielt, ist das … wie wenn man mit Wanderschuhen Laufen geht, oder umgekehrt.«

Es geht nämlich gar nicht um die Authentizität, sondern die Musik steht wieder einmal im Mittelpunkt. Also nicht weiße Lockenperücken, sondern die Bögen, die man braucht, um die barocken Phrasierungen so richtig aus der Saite herauszuholen. Wir haben übrigens diesbezüglich auch Tipps von einem Theorbisten erhalten, der professionell in diversen namhaften Barockensembles spielt und in unserem Weihnachtskonzert die Continuo-Gruppe geführt hat.

Es wird bei Aufnahmeprüfungen an der Musikuniversität, ja sogar bei Prima la Musica immer deutlicher, dass die Beschäftigung mit musikalischer Aufführungspraxis nicht mehr nur einem Expertenkreis angehört, sondern allgemein auch schon bei sehr jungen Musikern vorausgesetzt wird.

Es war also echt ein Glück auf Lena Hamelbeck-Galle zu treffen, die vor nicht langer Zeit in Wien eine Werkstatt zur Anfertigung von Barockbögen für alle Streichinstrumente eröffnet hat. Sie war sofort von der Idee begeistert dem JSO die Möglichkeit zu geben, Erfahrung in diesem neuen Spielgefühl zu sammeln. Also stellte sie uns 5 Violinbögen, 2 Bratschenbögen, 2 Cellobögen und 2 Kontrabassbögen zur Verfügung, von denen wir viel gelernt haben und die uns echt viel Freude bereitet haben. Danke Lena!

HANS-PETER MANSER ÜBER DAS NEUJAHRSKONZERT 2017

No man is an island.
John Donne, 1623

Niemand wird behaupten wollen, 2016 gehe als eines der konstruktiveren Jahre in die Annalen der Geschichte ein. Kriege eskalierten, alte, tot gehoffte, autoritäre, pluralitäts- und fremdenfeindliche Geisteshaltungen feierten global ein Comeback, von dem auch Österreich nicht verschont blieb. Das Anwachsen von Angst, Hass, Irrationalität, Spaltung sowie Abschottung, mangelnde Nächstenliebe, Egoismus, Beschränkungen der Grundfreiheiten, Verlust von (Gesprächs)Kultur etc. zeichnen die Gegenwart aus.

Jedes Jahr feiern wir Neujahr – Neujahrskonzerte weltweit – mit der Hoffnung, das kommende Jahr würde ein besseres als bzw. gleich gutes werden wie das vergangene. Ob das für 2017 in Erfüllung gehen wird? Die Karten sind relativ schlecht. Umso wichtiger ist es daher, bereits jetzt aktiv, offen und intelligent für ein gutes, neues Jahr zu kämpfen.

Die Programmierung eines Neujahrskonzerts des JSO geschieht mehr als ein Jahr zuvor. Bereits Ende 2015 war klar, was im Jänner 2017 gespielt werden wird. Für 2018 wird jetzt gerade das Programm erarbeitet. Umso erstaunlicher ist es, wie passgenau die Werke des kommenden Konzerts die derzeitige Weltlage reflektieren.

Aaron Copland ist zweifelsohne einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Keinem gelang es besser als ihm, die heute als typisch amerikanisch empfundene Musik zu schaffen, von der alle seine Epigonen bis herauf zu aktuellen Filmmusik- oder Kunstmusikkomponisten Anleihen nahmen. Das Bemerkenswerte an der Sache ist allerdings, dass das typisch amerikanische Idiom keine rein »weiße« Musik ist (vergleichbar etwa mit der Genese der Jazzmusik Ende des 19., Anfang des 20. Jhdts.), sondern aus einer kunstvollen Verschmelzung mexikanischer, indianischer, karibischer sowie europäischer Musik besteht. Die typische Musik der USA ist eindeutig ein Resultat der Interessiertheit und Offenheit fremden Kulturen gegenüber, des Respekts und der Toleranz für anderes, Altes wie Neues. Es bleibt zu hoffen, dass der Geist, der durch das Werk Aaron Coplands, George Gershwins, Leonard Bernsteins, Samuel Barbers und aller anderen hörens- und spielenswerten amerikanischen KomponistInnen weht, auch in Zeiten, in denen zu befürchten ist, dass sich die USA in autoritäres, unberechenbares Hegemoniedenken, in Xenophobie und Radikalismus flüchtet, nicht verstummt.

Weltweit wird Neujahr mit der Musik von Johann Strauss und seiner Verwandten gefeiert. Glücklicherweise sind die Zeiten vorbei, als Josef Göbbels Johann Strauss als den »deutschesten aller Komponisten« bezeichnet hat, und dafür die jüdische Abstammung der Straussfamilie geheimhalten musste. Überhaupt Abstammung: Gehen wir die österreichischen Komponisten durch: Mozart, Beethoven und Brahms sind deutsche Einwanderer, Schubert ist ein Kind mährischer Immigranten, Gustav Mahler stammt aus Tschechien, Franz Schmidt aus der Slowakei, Franz von Suppé aus Kroatien. Franz Léhar und Emmerich Kálmán sind Ungarn. Wolfgang Korngold (*Brünn), Max Steiner, Alexander von Zemlinsky u.a. mussten ebenso emigrieren wie Arnold Schönberg. Die Liste könnte fortgesetzt werden, aber zurück zur Wiener Musik von J. Strauss: Die typisch österreichische Musik ist ebenso ein Schmelztiegel wie die amerikanische Musik des 20. Jahrhunderts: alpine Jodler, Ländler und Zwiefache, die italienische Tarantella, der ungarische Czardasz, die mährische Polka, die polnische Mazurka, der Deutsche Tanz, die Musik der französischen Opéra Comique – auch hier kann die Liste fortgesetzt werden – verschmelzen in der Genialität eines Johann Strauss mit der Ästhetik der mitteleuropäischen Kunstmusik, dem Schubertlied, der Oper. Die Musik Johann Strauss’ ist die Musik Europas.

Max Nagl geht über hundert Jahre später in seiner Auftragskomposition noch weiter. Sein für uns geschriebenes musikalisches Meisterwerk vereint nicht nur die Volksmusiken der Gegend und Jazz zu großer Kunstmusik, nein, er beweist, dass sogar die Strömungen des 20. Jahrhunderts – Klangflächen, Neoklassizismus, neue Sachlichkeit, Minimalismus, Rock, Techno, etc. – mit den großen traditionellen Kompositionstechniken der europäischen Musikgeschichte vereinbar sind und dabei wieder ein einzigartiges Ergebnis zeitigen, welches sich für kommende Komponisten als beflügelnd erweisen wird.

Die typisch österreichische Musik eines Johann Strauss (oder aktuell eines Max Nagl) muss also verstanden werden als die Musik eines grenzenlosen, offenen Europas und einer dankbaren gegenseitigen Berührung, Bildung und Befruchtung. Sie ist der beste Beweis, dass ein globales, angst- und vorurteilsfreies, menschenfreundliches, gebildetes und altruistisches Miteinander im Geiste der Freiheit und Brüderlichkeit etwas entstehen lässt, das als Ganzes die Summe seiner Teile bei weitem überflügelt und jene neue Schönheit für die Ewigkeit schafft, die wir im Endeffekt als unsere Kultur wahrnehmen werden. Vielleicht ist das die unbewusste Hoffnung, die Menschen rund um den Globus alljährlich zum Donauwalzer tanzen lässt.

In diesem Sinne: Wir haben die Wahl. Lassen wir uns für die gemeinsame Arbeit an einem besseren neuen Jahr beflügeln!

AUFTRAGS-KOMPOSITION 2016/17

Unser Konzertmeister Laurin Lotter über die »Musik für Streichensemble, Schlagwerk und Harfe« von Max Nagl.

Komponisten des 21. Jhdts. Ihnen gehen die Ideen aus.Alles, was früher revolutionär und neu schien, wurde schon verwendet, schon komponiert. Um als Komponist noch irgendwie aufzufallen, wird versucht die Werke noch extremer, noch grässlicher als alle bisherigen zu gestalten. Das Einfügen von schrägen, für den Hörer unerwarteten Akkorden oder ganzen Melodien machten Komponisten wie Bartok oder Schostakowitsch berühmt. Jedoch wird dies heute bis ins Grauenhafteste übertrieben – so lang, bis jeglicher Hauch von Musik und somit Kunst verloren geht. In diesem Punkt macht Max Nagl nichts anders. Erste Probe … grauenhaft … Musik vergewaltigt in sechs Sätzen. Das dachte ich zumindest. Doch nach zwei harten Stimmproben und einer weiteren Streicherprobe war ich überrascht: eine wunderschöne Melodie in den hohen Streichern unterlegt von spannenden Achtelbewegungen in den Celli. Und das nicht nur ein Mal, nein, jeder Satz hat seine eigene faszinierende Melodie und Logik. Ich war fassungslos. War es möglich? Dass nach all diesen grässlichen und trotzdem langweiligen zeitgenössischen Werken von Komponisten, die nur noch eins im Sinn haben, nämlich Auffallen um jeden Preis, Max Nagl ein Stück komponiert, welches man ohne von massiven Magenkrämpfen oder Migräneanfällen gequält zu werden als »Musik« bezeichnen kann. Es scheint so. Ich bin so froh, im 21 Jhdt. einen Komponisten zu finden, der anscheinend das hat, was die meisten seiner Art im Laufe des Studiums verloren haben: den Willen schöne Musik zu komponieren.Laurin Lotter



Dieses beschriebene Werk ist die Auftragskomposition 2016, die wir beim Neujahrskonzert am 6. 1. 2017 uraufführen werden. Die Auftragskomposition 2017 wurde übrigens an den genialen Big Band-Leader, Jazzmusiker, Dirigenten, Lehrer und Komponisten Christoph Cech vergeben.

Danzig: misc

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Josef, unser Busfahrer
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Vor dem Konzert

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Danzig: Es passiert nicht oft …

… dass samstagabendliche, polnische Kirchbesucher nach der Messe von österreichischen Blechbläsern mit Wohlklang umspült werden.

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Danzig: Was wir hier machen?

Der Netto-Parkplatz ist unsere Konzertgarderobe.

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