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DAS WAR UNSERE TOURNEE NACH SÜDFRANKREICH

Text: Barbara Bachmann, Klarinette

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Samstag: Bereits um 8 Uhr morgens starteten wir unsere Reise von Tulln in Richtung Vorarlberg. Mit an Bord: 4 Schlagwerker – inklusive Instrumentarium – 2 Kontrabassisten mit Instrument, 6 Cellistinnen mit 5 Celli, massenhaft Geigen und Bratschen, 8 Holzbläserinnen und Holzbläser, 4 Blechbläser, Andreas, Isabel, Karl, Hans – Peter und natürlich Josef, unser grandioser Busfahrer. Nach einer zehnstündigen Fahrt kamen wir alle erschöpft im »Jungen Hotel Hard« an, wo nach dem Abendessen frisch gestärkt Hard, der Bodensee – und von manchen auch Bregenz – erkundet wurden, was der perfekten mentalen Einstimmung auf die nächsten Tage entsprach.

Sonntag: Unser Weg führte uns weiter nach Bezau, in die Heimat unseres Dirigenten Hans-Peter. Dort erprobten wir, was uns in Frankreich noch des Öfteren bevorstand: das Ausladen des Busses. Schlagzeugteile wurden hin und her manövriert, diskutierende Schlagwerker inklusive, StreicherInnen und BläserInnen, die versuchten, sich unsichtbar zu machen, und zu guter Letzt: motivierte Geister, die alles auf die Bühne schleppten und behelfsmäßig beim Aufbauen halfen (oder es zumindest versuchten). Nach einem Probenvormittag wurden wir von freiwilligen HelferInnen verköstigt und starteten gut gelaunt in den Nachmittag und das anschließende Konzert. Am Programm stand das komplette Tourneeprogramm, welches bestand aus:

  • Max Nagl: Musik für Streicherensemble, Schlagwerk und Harfe
  • Carl Maria von Weber: 1. Klarinettenkonzert in f-moll, Solist: Maximilian Weissenbach
  • Claude Debussy: 2. und 3. Satz aus dem Children’s Corner
  • Wolfgang Amadeus Mozart: Linzer Symphonie
  • und als Zugaben den 6. Satz aus dem Children’s Corner und Jaques Offenbachs Barcarole aus »Hoffmanns Erzählungen«
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Konzert in Bezau
An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an alle freiwilligen HelferInnen, die uns diesen Tag ermöglicht haben und an das Bezauer Publikum, welches uns aufs Freundlichste empfing.
Danach gings dann auch wirklich weiter Richtung Frankreich, und uns allen stand die wohl anstrengendste Nacht der Tournee bevor.

Montag: Nachdem Josef es tatsächlich geschafft hatte, die ganze Nacht gut gelaunt und keine Spur von Müdigkeit zeigend, durchzufahren, waren wir am Morgen unserem Ziel schon ein großes Stück näher. Das Orchester geizte allerdings mit endlosen Energiereserven, wie Josef sie zu haben scheint, sondern war zum größten Teil müde, erschöpft, gereizt und genervt. Dem wurde nach der Ankunft in Nîmes vor unserer Unterkunft mit Pizza für alle entgegengewirkt.
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vorne JSO + Pizza, hinten das Kloster
Zu diesem Zeitpunkt schwante noch keinem, was uns in diesem Haus noch erwarten würde. Das JSO Tulln war in einem französischen Kloster gelandet – »gut gelauntes« Personal inklusive. Dort herrschten andere Regeln, als wir sie gewohnt waren: 60 Minuten hatten wir beim Essen zu sitzen, mit Schuhen zu erscheinen und uns devot zu verhalten. Doch auch in diesem Punkt spielte das JSO wieder seine Stärken aus und arrangierte sich mit den Gegebenheiten: denn wenn wir etwas können und perfektioniert haben, dann offen und flexibel zu sein, uns anzupassen an andere Regeln, Sitten und Kulturen, uns aufs Höflichste zu verhalten und uns von unserer besten Seite zu zeigen.
Auch unsere Tourmanagerin Charlotte lernten wir an diesem Tag kennen. Sie verbrachte die ganze Tour mit uns, übersetzte, beschwichtigte, organisierte, fotografierte und war unsere Ansprechpartnerin bei Fragen aller Art.
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Charlotte
Dienstag: Nach einem Frühstück nach französischer Klosterart und einer Probe machten wir uns mit dem Bus auf den Weg nach Avignon, wo wir Zeit hatten, die Stadt zu besichtigen, ehe es weiter ging an den Konzertort, Bourg St. Andéol. Dort erwartete uns ein prächtiges Schloss mit Konzertsaal und exzellentem Blick auf das Umland, welchen wir beim Abendessen genossen. Das Konzert bildete einen wunderbaren Einstieg in die Tournee und am Abend landeten alle erschöpft und zufrieden in ihren klösterlichen Betten.
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Bourg St. Andéol
Mittwoch: Mittwoch mittags ging es für uns nach einer Probe zum Pont du Gard, wo wir ein paar Stunden frei hatten, um baden zu gehen. Die Abwechslung kam uns allen sehr gelegen und wir genossen jede freie Minute, ehe wir aufbrachen in Richtung nächstes Konzert, diesmal in Isle-sur-la-Sorgue. Chaotisch wie der ganze Abend werden sollte begann schon die Anreise, die sich insofern als schwierig gestaltete, als dass unser Bus zu hoch war um in die Stadt einzufahren. Ebenfalls holprig seitens des Veranstalters waren sämtliche Zeitpläne, das Abendessen oder die Ermangelung eines WCs. Aber wie bereits erwähnt sind wir eine sehr flexible und aufgeschlossene Truppe, die sich von so etwas nicht aus der Ruhe bringen lässt und haben unser Konzert in vollen Zügen genossen.
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Pont du Gard
Donnerstag: Donnerstag Vormittag bekamen wir unsere wohlverdiente Pause, die von den meisten zum Schlafen genutzt wurde, motivierte Geister wagten sich aber auch an einen Spaziergang durch die Stadt. Gut erholt und top motiviert wie immer ging’s dann nach dem Mittagessen ab Richtung Aix en Provence, wo wir erneut in einer Kirche gastierten und nach einigen Stunden Sightseeing unser vorletztes Konzert bravourös meisterten.
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Aix en provence
Freitag: Am Freitag war es endlich soweit: wir fuhren nach Balaruc-les-Bains ans Meer! Uns erwartete ein Sandstrand mit warmem Wasser in der Tiefe von einigen Zentimetern, Algen und – womit keiner rechnete – Seeigeln! Doch auch all dem trotzte das JSO und machte sich diesen Tag zu eigen. Ob am Strand sitzend, den Algen im Wasser ausweichend, oder im Schlamm suhlend, wir alle hatten Spaß und genossen unseren letzten Tag in Frankreich in vollen Zügen! Der Konzertort überzeugte mit überragend guter Akustik und einem gut gelaunten Publikum, was unser letztes Konzert nochmals zu etwas ganz Besonderem werden ließ!
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Balaruc-les-Bains & JSO Tulln
Samstag: Nach dem Frühstück und dem Trennen von Müll, Bettdecken, Leintuch, Polsterüberzug, Handtüchern, und, und, und, … verließen wir das Kloster und übersiedelten wieder in den Bus, der schon ganz zu unserem »Zuhause« geworden war. Vor uns lagen über 10 Stunden Busfahrt durch Frankreich und die Schweiz, die auf unterschiedlichste Weise verbracht wurden. Ob schlafen, reden oder fernsehen, alle waren mehr oder weniger beschäftigt, und doch fehlte einigen ihr auf Busfahrten zur Routine gewordener Deutschkurs mit Charlotte. Als wir um 11 Uhr nachts in Hard ankamen wartete schon Pizza auf uns und dann war sie wirklich gekommen: die letzte Nacht der Tournee, bevor es am Sonntag schließlich wieder ins heimatliche Tulln ging.
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Balaruc-les-Bains
Fazit: Alles in allem war die Reise vor allem eines: ein Riesenspaß. Egal ob am Tag oder in der Nacht, im Bus oder im Kloster, beim Warten aufs Konzert oder dem Warten auf den Bus, beim Stadtbesichtigen oder auf der Suche nach einem Klo, egal ob genervt oder gutgelaunt, die Freude an der Gemeinschaft und der Musik war immer und überall präsent. Wir wuchsen als Orchester immer stärker zusammen, und jeder einzelne von uns profitierte menschlich auf seine eigene Art von dieser Reise. Wir lernten neue Leute kennen, entdeckten neue Seiten an uns vertrauten Menschen und lernten als Orchester zu agieren. Denn auch wenn mal was daneben ging, ging’s am nächsten Tag stets volle Pulle weiter. Darüber hinaus bekamen wir einen Eindruck von den französischen Städten des Südens, lernten eine andere Kultur kennen und hatten die große Ehre in einem Kloster schlafen zu dürfen. Kurz gesagt war diese Tournee voll von lustigen, abenteuerlichen, anstrengenden, wunderbaren, musikalischen, atemberaubenden, unvergesslichen, einzigartigen, grandiosen und schlichtweg schönen Momenten. Dafür, dass uns diese Reise ermöglicht wurde, danken wir dem Förderverein des JSO Tulln, der Musikschule Tulln, der Stadt Tulln, dem Land Niederösterreich sowie dem österreichischen Kulturinstitut in Frankreich, Charlotte, ohne die wir in Frankreich vermutlich aufgeschmissen gewesen wären und die uns mit ihrer guten Laune immer angesteckt hat, Josef, der immer vor Energie sprühte und uns stets sicher ans Ziel brachte – ohne auch nur einmal Gefahr zu laufen einzuschlafen –, den begleitenden Lehrern Karl, Andreas und Isabel und natürlich Hans-Peter, der stets die Nerven bewahrte und für jeden Spaß zu haben war.
Weitere Fotos der Tournee finden Sie hier.